Positive Bilanz des Europäischen Jahrs für aktives Altern 2012

Mit dem Ziel, die Etablierung einer Kultur des aktiven Alterns in Europa zu erleichtern, hatte der Europäische Rat gemeinsam mit dem Europäischen Parlament 2012 zum „Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen“ ausgerufen. Die Akteure zogen eine positive Bilanz.

„Dieses Jahr hat erfolgreich dazu beigetragen, unsere Wahrnehmung älterer Menschen und ihren Beitrag zu Wirtschaft und Gesellschaft zu verändern“, sagte László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, auf der Abschlussveranstaltung am 10. Dezember 2012 in Berlin, zu dem das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eingeladen hatte. Wo man einst die Zunahme älterer Menschen als Problem angesehen habe, begreife man sie heute als Teil der Lösung. Zudem habe das Jahr dazu beigetragen, den Diskurs über alte Menschen positiv zu verändern und das Konzept des aktiven Alterns in vielen Ländern bekannt zu machen.

„Ich kann mich nicht erinnern, dass einem Europäischen Jahr so viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde“, sagte die Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und frühere Bundesministerin Prof. Dr. Ursula Lehr. Gemeinsam waren die BAGSO und die Forschungsgesellschaft für Gerontologie an der TU Dortmund (FfG) Träger der Geschäftsstelle für das Europäische Jahr 2012.

Auch Dr. Renate Heinisch vom Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) zog eine positive Bilanz. „Das Europäische Jahr des aktiven Alterns bot uns die Möglichkeit, unser gesellschaftliches und sozioökonomisches Konzept vom Altern grundsätzlich zu überdenken“, resümierte sie in einem abschließenden Bericht der Koordinierungsgruppe des EWSA. In einem gesamtgesellschaftlichen Lernprozess solle das Bild vom Altern verändert werden, sodass die späte Lebensphase eines Menschen als „facettenreiche Station mit einer Fülle gesellschaftlicher Entwicklung“ verstanden werde. „Solidarität zwischen den Generationen bleibt auch in einer alternden Gesellschaft möglich. Der Schlüssel liegt darin, dass Menschen, wenn sie älter werden, weiterhin einen Beitrag in Wirtschaft und Gesellschaft leisten und so lange wie möglich unabhängig leben können.“ Die neue Kultur des Alterns sei eine Kultur des Miteinander: „Die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft hängt in erheblichem Maße von der Qualität ihrer Generationenbeziehungen ab.“

Im Rahmen des Europäischen Jahres 2012 wurden in Deutschland 45 ganz unterschiedliche Projekte mit Mitteln des BMFSFJ finanziell gefördert. Darüber hinaus wurden bundesweit zahlreiche Initiativen ins Leben gerufen und viele Veranstaltungen durchgeführt. Knapp 400 Kalendereinträge und mehr als 200 Einträge in der Projektdatenbank auf der Website des Europäischen Jahres 2012 zeugen von einem regen Interesse an den Themen „Aktives Altern“ und „Solidarität zwischen den Generationen“.

„Der Erfolg des Europäischen Jahres wird sich auch daran messen lassen müssen, inwieweit es gelungen ist, auch die aus vielerlei Gründen bisher nicht aktiven Älteren zu erreichen“, sagte der Sozialgerontologe und Leiter der FfG, Prof. Dr. Gerhard Naegele. Im Laufe des Jahres 2013 soll eine unabhängige Evaluation des Europäischen Jahres veröffentlicht werden.

 

Miriam Buchmann-Alisch

 

Links:

Preisträger - Inspirierende Beiträge zum aktiven Altern

Europäisches Jahr für aktives Altern 2012

Joint Programming Initiative “More years – better lives”

Europäische Innovationspartnerschaft „Aktives und gesundes Altern“

Guiding Principles:

http://europa.eu/ey2012/ey2012main.jsp?langId=en&furtherNews=yes&newsId=1743&catId=970