Nobel Week Dialogue: Internationale Spitzenforscher diskutieren über das Altern

Die Weltbevölkerung altert. Im Jahr 2000 überschritt die Zahl der Menschen, die 60 Jahre oder älter waren, erstmals die Anzahl der unter Fünfjährigen. Anlässlich der Nobelpreisverleihung treffen sich internationale Spitzenforscher am 9. Dezember 2014 in Stockholm, um über die Konsequenzen zu diskutieren. Der diesjährige „Nobel Week Dialogue“ trägt den Titel: „The Age to Come – New scientific and cultural perspectives on ageing“.

Der Nobel Week Dialogue ist eine eintägige, offene Veranstaltung, die seit 2012 im Rahmen der „Nobel Week“ stattfindet. In der Woche, in der auch die Nobelpreise offiziell verliehen werden, trifft jährlich eine ausgewählte Gruppe von Nobelpreisträgern, weltweit führende Wissenschaftlern, Politikern und Intellektuellen aufeinander, um in mehreren Sessions und Arbeitsgruppen über ein wissenschaftliches Schwerpunkt-Thema zu diskutieren. Diese Diskussionen sollen ausdrücklich die traditionellen Grenzen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft überschreiten.

In diesem Jahr steht die Veranstaltung ganz im Zeichen des demografischen Wandels. Dass dieser sich zu einem globalen Phänomen entwickelt, ist mittlerweile unumstritten. Doch was sind die spezifischen Herausforderungen – aber auch die Chancen – die sich daraus ergeben? Auf der Agenda des „Nobel Week Dialogues“ steht ein interdisziplinärer Fragenkatalog, der ein außerordentlich breites Spektrum umfasst: Wie lange können wir leben? Wie kann die Spanne, in der Menschen bei guter Gesundheit leben, an die verlängerte Lebenszeit angenähert werden – und wie kann die technologische Entwicklung dabei helfen? Wie lange sollten wir arbeiten? Wie werden sich Sozialsysteme an die steigende Lebenserwartung und die gleichzeitig sinkenden Geburtenraten anpassen? Welche Rolle kann die biomedizinische Forschung angesichts der steigenden Lasten durch altersbedingte Krankheiten spielen? Welche Konsequenzen hat der demografische Wandel für das wirtschaftliche Wachstum in verschiedenen Teilen der Welt? Wie werden ältere Menschen heute in verschiedenen Gesellschaften der Welt wahrgenommen und wie wird sich dies durch die Alterung der Welt in Zukunft ändern?

Ursula M. Staudinger

Ursula M. Staudinger

Zu den Hauptrednern der diesjährigen Veranstaltung zählt die renommierte deutsche Alternsforscherin Prof. Ursula M. Staudinger, Gründungsdirektorin des Robert N. Butler Columbia Aging Centers, Leiterin des dazugehörigen International Longevity Center (ILC) an der Columbia University, New York und Vizepräsidentin der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. „Change and Growth – a Paradox?“ lautet der Titel ihres Plenarbeitrags.

Illuster ist auch die Liste der Nobelpreisträger, die in diesem Jahr auf der Rednerliste stehen:  Elizabeth Blackburn (Medizin 2009, „The connection between stress and ageing“),  Aaron Ciechanover (Chemie 2004, „On proteasome – the cell's waste disposer“),  Eric Kandel (Medizin 2000, „The formation of short and long-term memory“),  Eric Maskin (Wirtschaftswissenschaften 2007, „Mechanism design theory“),  Daniel McFadden (Wirtschaftswissenschaften 2000 „Consumer choice in healthcare services“) und Craig Mello (Medizin 2006 „Gene silencing by double-stranded RNR“).

Der „Nobel Week Dialogue“ wird als Live-Stream im Internet via YouTube übertragen.

 

Miriam Buchmann-Alisch

 

Weiterführende Informationen:

Website Nobel Week Dialogue

Rednerliste Nobel Week Dialogue 2014

Nobel Week Dialogue auf Twitter (Hashtag: #NWD14)

Nobel Week Dialogue auf Facebook

Website Prof. Ursula M. Staudinger