Wanderausstellung „Neue Bilder vom Alter(n). Preisverleihung und Vernissage in Berlin: "Stolz auf das eigene Alter"

Am 19. Januar 2011 eröffnete Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, die Foto-Ausstellung „Neue Bilder vom Alter(n)“ in Berlin. 150 Gäste einschließlich zahlreicher ausgestellter Fotografen waren erschienen und teilten die Begeisterung der Ministerin für die vielseitige Ausstellung.

Ehrung der Preisträger.Von links: Ministerin Prof. Annette Schavan, Preisträger Gerhard Weber, Prof. Ursula M. Staudinger.
© Stefan Melchior Fotodesign

Die 81 ausgestellten Fotografien zeigen, wie unterschiedlich Älterwerden und Altsein heute aussehen können. Die Bilder wurden im Rahmen eines Fotowettbewerbes aus über 400 Einsendungen ausgewählt. Die Idee für den Fotowettbewerb war im Rahmen der Forschungsarbeiten der Akademiengruppe „Altern in Deutschland“ entstanden: Die Fotografien sollten sich wie auch die gesammelten Forschungsergebnisse mit Gegenwart und Zukunft des Alterns auseinandersetzen – jedoch aus der Perspektive von jedermann und -frau. Bundesbildungsministerin Schavan, Schirmherrin von Ausstellung und Wettbewerb, betonte in ihrer Ansprache, wie gut diese Übersetzung gelungen sei. Denn die Bilder zeigten weitaus besser als Worte, wie sehr Altsein und Altwerden von einem selbst und von den gesellschaftlichen Möglichkeiten abhängen. Die Fotos lassen erahnen, wie sich die Gesellschaft zukünftig durch die Chancen des längeren Lebens und die kommenden Altersgenerationen verändern wird. Das vielfach kontrovers diskutierte Sieger-Bild, darauf verwies Prof. Ursula M. Staudinger, Vizepräsidentin der Nationalen Akademie der Wissenschaften, sei ein Zeugnis davon, wie sich beispielsweise auch ästhetische Urteile verändern. Das Bild zeigt ein älteres Liebespaar.

Atrium des AOK-Bundesverbandes.
© Stefan Melchior Fotodesign

Die Gesichter des Alters sind schon heute vielfältig – und die persönliche Entwicklung sowie die Notwendigkeit und Chance Neues zu lernen, sind längst nicht mehr an eine bestimmte Lebensphase gebunden, sondern begleiten uns lebenslang, betonte Ministerin Schavan. Das konnte sie unlängst selbst im privaten Rahmen feststellen: Sie und ihre Geschwister schenkten ihrer 80jährigen Mutter ein Mobiltelefon. Schließlich wohnen alle Kinder und Enkel weit verstreut und per SMS könnte man leicht und günstig in Kontakt bleiben. Die Mutter war erst nicht begeistert von der neuen Technik. Doch einige Zeit später erhielt Schavan eine SMS mit den Worten: „Ich übe. Mutter.“

Jürgen Graalmann (Vorstand AOK Bundesverband , Dr. Herbert Reichelt (Vorstand AOK Bundesverband), Bundesbildungsministerin Prof. Annette Schavan, Prof. Ursula M. Staudinger (Jacobs University Bremen), Sabine Aichele-Elsner (Kuratorin), Dr. Katja Patzwaldt (wissenschaftliche Referentin von Frau Prof. Staudinger).
© Stefan Melchior Fotodesign

Dr. Herbert Reichelt, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, der Wettbewerb und Ausstellung unterstützt, bemerkte in seiner Rede: „Die Ausstellung zeigt nicht nur die Art, wie wir altern, sondern auch wie wir damit umgehen.“ Aus der Perspektive der Gesundheitswirtschaft und Versicherungen ist klar, dass der Umgang mit dem Altern in der Gesellschaft direkte Auswirkungen auf den gesundheitlichen Zustand und das Wohlbefinden Älterer hat. Die Bilder des Alterns selbst beeinflussen etwa nicht nur die Qualität des Lebens und die Chancen im Beruf, sondern sogar die eigene Lebenserwartung.

Prof. Ursula M. Staudinger wies in ihrer Rede darauf hin, dass die Diskussion über die älter werdende Gesellschaft bisher vor allem von Ängsten und Sorgen um die Finanzierbarkeit und die Probleme geprägt gewesen sei. Das ändert sich nun: „Nicht zuletzt aufgrund der Arbeiten der Akademiengruppe sieht man nun auch den Gestaltungsspielraum, den diese Veränderungen beinhalten.“ Dies sei ein ganz neuer Blickwinkel - den die vielseitige Fotoausstellung beeindruckend illustriert. Das Geschenk der gewonnenen Jahre – etwa 30 zusätzliche Lebensjahre in den vergangenen 150 Jahren, Tendenz weiter steigend – müsse man sich aktiv aneignen, um es zu einem echten Gewinn werden zu lassen.

Weitere Stationen der Ausstellung

Austellungskatalog


Katalog Neue Bilder vom Alter(n), hg. von Ursula M. Staudinger, Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften, Nova Acta Leopoldina NF Suppl. 23, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2010.
Zu beziehen über service@wissenschaftliche-verlagsgesellschaft.de oder bei der Ausstellung.

Online als pdf

Katalog-Bestellung