Ausstellungseröffnung in Stuttgart
Neue Bilder vom Alter(n)

Von Miriam Buchmann-Alisch

Am 29. September 2010 wurde in der vhs photogalerie im TREFFPUNKT am Rotebühlplatz in Stuttgart die Wanderausstellung "Neue Bilder vom Alter(n)" eröffnet. Die 81 Fotografien regen zum Nachdenken und Diskutieren darüber an, wie das Altern in Zukunft aussehen wird.

Frau Prof. Staudinger eröffnet die Ausstellung

Dieter Hermann und Irene Blaschke vor den Fotos von Stefan Postius "Kunst als Lebensaufgabe".
Foto © Galerie ARTAe Leipzig

Die Lebenserwartung der Menschen in Deutschland steigt. Sie sind in der Regel gesünder und leistungsfähiger. Auch der Anteil Älterer an der Gesamtbevölkerung nimmt zu. Damit rückt das Alter immer mehr in den Blickpunkt der Gesellschaft. Doch oft bremsen traditionelle Altersbilder und Vorurteile über das Alter(n) die Umsetzung der Vielfalt an Möglichkeiten, die sich (nicht nur) im Alter bieten.

"Die vorgelebten Möglichkeiten Älterer ändern auch für jüngere Erwachsene das Verhältnis zur eigenen Gesundheit und die zeitliche Abfolge oder das Ausmaß von beruflicher Entfaltung, Familiengründung, privater Verwirklichung und sozialem Engagement", sagte Dr. Katja Patzwaldt, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Akademiengruppe "Altern in Deutschland", in ihrer Begrüßung. Ein großes Ziel sei es, überkommene Altersbilder aufzulösen.

Besucher der Ausstellung in der vhs-photogalerie Stuttgart
Foto © Galerie ARTAe Leipzig

In acht thematischen Bereichen zeigt die Ausstellung eindrucksvoll viele Facetten des Älterwerdens. Einsame ältere Menschen stehen solchen gegenüber, die aktiv in die Gesellschaft eingebunden sind. Traditionelle Altersbilder sind kontrastiert von auch mal schrillen Szenen. Die Besucher betrachten ältere Menschen bei ihren Hobbies, bei freiwilligem Engagement und bei der Arbeit ebenso wie intime Szenen zwischen reifen Paaren.

Die Exponate wurden aus über 400 Einsendungen bei einem von der Leopoldina initiierten Wettbewerb von einer Fachjury ausgewählt und stammen sowohl von professionellen als auch von Hobby-Fotografen im Alter zwischen 16 und 82 Jahren. Die Ausstellung knüpft thematisch an eine mehrjährige Untersuchung der Akademiengruppe "Altern in Deutschland" an, die von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften acatech getragen worden war. Eines der Ergebnisse lautete, dass es für die Realisierung der Chancen der gewonnenen Jahre notwendig ist, die Bilder in unseren Köpfen, die Welt der Arbeit und des Lernens, die Kommunen und das Zusammenleben umzugestalten.

Besucher der Ausstellung in der vhs-photogalerie Stuttgart
Foto © Galerie ARTAe Leipzig

Wie sich die Bilder in den Köpfen verändern und erweitern können, zeigen exemplarisch die vier prämierten Fotografien. Gerhard Weber, Gewinner des Wettbewerbs, thematisiert in seiner Aufnahme "Ursula und Siegfried M." das Tabuthema Sexualität im Alter. Den zweiten Preis erhielt Anna Mutter für ein Bild aus ihrer Serie "Abendrot", in der sie neun ältere Menschen porträtierte, die sich nach ihrer ersten beruflichen Karriere den Lebenstraum erfüllten, als Clown aufzutreten. Einen von zwei dritten Preisen erhielt David Lohmüller für "Strike – Seniorenbowling mit Nintendo Wii". Andere Fotografien entführen den Betrachter in Wohnungen und Gärten, in die Bikerszene, in das Berliner Nachtleben oder ins Fitness- und Tanzstudio.

Unter den rund 100 Vernissage-Besuchern, die von Rüdiger Flöge, dem Leiter der vhs photogalerie, in Stuttgart begrüßt wurden, waren auch zahlreiche Fotografen und Protagonisten der ausgestellten Bilder. Dr. Katja Patzwaldt, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Akademiengruppe "Altern in Deutschland", hielt den Eröffnungsvortrag. Die Kuratorin Sabine Aichele-Elsner führte in die Konzeption der einzelnen Ausstellungsbereiche ein.

Weitere Stationen der Ausstellung

Kontakt


Sabine Aichele-Elsner M.A.
Künstlerische Koordination und Kuratorin
Tel.: 0341-355 20 466

www.altern-in-deutschland.de