Bundestagswahl
Altern in Deutschland: Was sagen die Parteien?
Der Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl der Bundeszentrale für politische Bildung vergleicht die Positionen der Parteien zu 38 Thesen – die Themen Altern und demografischer Wandel sind aber nicht dabei. Im Vorfeld der Bundestagswahl haben wir daher zusammengetragen, welche Ziele die fünf großen Parteien in Deutschland in ihren Parteiprogrammen im Hinblick auf den demografischen Wandel definieren. Die Stichpunkte sind Arbeit für Ältere, Rentenalter, Gestaltung der Berufsbiografie, Weiterbildung, Altersdiskriminierung sowie Altersbilder, Ehrenamt, Generationenverhältnis und Gesundheit.
Dafür haben wir die Parteiprogramme hinsichtlich wichtiger Schlagworte unserer Empfehlungen untersucht. Die Auflistung der entsprechenden Passagen erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, und die Akademiengruppe leitet daraus keine Wahlempfehlung ab.
Rentenalter
Parteien
SPD
Um in einer Gesellschaft mit immer mehr alten Menschen keine Generation zu überfordern, waren die Veränderungen im Rentenrecht unumgänglich. Hierzu gehört auch die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre bis zum Jahr 2029. (S. 49)
CDU/CSU
Eine zukunftsfeste Altersvorsorge ruht auf den drei Säulen gesetzliche Rente sowie private und betriebliche Vorsorge. Die Altersvorsorge in Deutschland ist wieder verlässlich – nicht zuletzt dank der maßvollen Anhebung des Renteneintrittsalters. (S. 32)
Die Grünen
Eine längere Lebensarbeitszeit ist nur dann zu vertreten, wenn es für die älteren Menschen auch die Chance gibt, zu arbeiten – wir werden prüfen, was wir tun können, damit die Rente mit 67 nicht bloß eine Rentensenkung durch die Hintertür ist. Die verworfene Alternative zu einer längeren Lebensarbeitszeit wären Rentensenkungen oder höhere Rentenbeiträge. (S. 96)
FDP
Zwar leben die Menschen immer länger, die Arbeitsfähigkeit ist individuell im Alter aber sehr unterschiedlich. Daher sollen die Menschen ihren Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand auf der Basis einer eigenen Entscheidung und vor dem Hintergrund erworbener Anwartschaften und Versorgungen flexibel und selbständig gestalten können. Die FDP tritt dafür ein, dass die Versicherten ab dem 60. Lebensjahr bei versicherungsmathematisch korrekten Zu- und Abschlägen den Zeitpunkt ihres Renteneintritts frei wählen können. Voraussetzung ist, dass ihre kombinierten Ansprüche aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Rente über dem Grundsicherungsniveau liegen. (S. 17)
Die Linke
Renteneintrittsalter senken: die Rente erst ab 67 wieder abschaffen und flexible Ausstiegsmöglichkeiten ohne Abschläge vor dem 65. Lebensjahr schaffen; die Förderung der Alters-Teilzeit durch die Bundesagentur für Arbeit fortsetzen und einen erleichterten und abschlagsfreien Zugang zu Erwerbsminderungsrenten eröffnen; Berufsunfähigkeitsrente wieder einführen; (S. 23)
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Altern in Deutschland
Die Erhöhung des Rentenalters auf 67 ist sinnvoll. Sie signalisiert, dass ältere Arbeitnehmer nicht weniger wichtig für Betriebe sind und sich zur Recht Leistungsfähigkeit erwarten lässt. In der Umsetzung sollten aber gleichzeitig Investitionen in Weiterbildung erhöht, Kompetenzen und Arbeitsplatz besser aufeinander abgestimmt, laterale Karrieren ermöglicht (beispielsweise zweite Karriere in einem anderen Berufsfeld), Gesundheitsmanagement intensiviert, flexibler Übergang in die Rente durch Kombination von Teilzeitbeschäftigung und Teilrente ermöglicht werden.
