Bundestagswahl
Altern in Deutschland: Was sagen die Parteien?

Beispiel Arbeit für Ältere

Der Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl der Bundeszentrale für politische Bildung vergleicht die Positionen der Parteien zu 38 Thesen – die Themen Altern und demographischer Wandel sind aber nicht dabei. Im Vorfeld der Bundestagswahl haben wir daher zusammengetragen, welche Ziele die fünf großen Parteien in Deutschland in ihren Parteiprogrammen im Hinblick auf den demographischen Wandel definieren. Die Stichpunkte sind Arbeit für Ältere, Rentenalter, Gestaltung der Berufsbiografie, Weiterbildung, Altersdiskriminierung sowie Altersbilder, Ehrenamt, Generationenverhältnis und Gesundheit.
Dafür haben wir die Parteiprogramme hinsichtlich wichtiger Schlagworte unserer Empfehlungen untersucht. Die Auflistung der entsprechenden Passagen erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, und die Akademiengruppe leitet daraus keine Wahlempfehlung ab.

Arbeit fÜr Ältere Arbeitnehmer/-innen

 

Parteien

SPD

Wir wissen aber auch, dass die Menschen wahrend ihrer Erwerbsphase unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt sind und die Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer noch weiter verbessert werden muss. (S. 49f.)

CDU/CSU

Wir streben eine Erhöhung der Erwerbsbeteiligung vor allem von Älteren und Frauen an und ermutigen zu mehr Bildungs- und Weiterbildungsanstrengungen. Wir werden die Programme zur Eingliederung Älterer in den Arbeitsmarkt konsequent fortführen. (S. 31)

Die Grünen

In den Betrieben muss sich die Kultur der Altersarbeit in Deutschland noch entscheidend verändern. Derzeit herrscht auf dem deutschen Arbeitsmarkt noch immer der Jugendwahn. Jedes zweite Unternehmen beschäftigt keine Über-50-Jährigen. Berufliche Weiterbildung, altersgerechte Arbeitsplätze und Gesundheitsförderung sind das Gebot der Stunde, werden aber in den wenigsten Unternehmen umgesetzt. (S. 96)

FDP

Nach liberaler Überzeugung lassen sich die vielfältigen Folgeprobleme der demographischen Entwicklung am besten durch Einbeziehung der älteren Generation lösen - durch Mitsprache und Mitarbeit. Ältere Menschen sollten so lange aktiv sein, wie sie selber wollen. (S. 37)

Die überwiegende Mehrheit der Bürger ist bis ins hohe Alter körperlich und geistig fit. Ihre Bereitschaft, sich zu engagieren und zu beteiligen, möchte die FDP fördern und nutzen. Wir können es uns nicht länger leisten, Kenntnisse, Kompetenz und Kreativität älterer Menschen brachliegen zu lassen. Die FDP fordert daher den Wegfall aller Altersgrenzen für Arbeit, den Aufbau eines Altersmanagements in den Unternehmen (das heißt persönliches Training und individuelle Förderung älterer Mitarbeiter), den Ausbau des lebenslangen Lernens, stärkere Förderung des bürgerschaftlichen Engagements sowie mehr Angebote zur gesellschaftlichen und politischen Mitwirkung für die ältere Generation. (S. 37)

Die Linke

Für ältere Beschäftigte durch Weiterbildung, gesundheitliche Prävention und altersgerechte Arbeitsbedingungen bessere Möglichkeiten schaffen, bis zum Eintritt in die Rente versicherungspflichtig tätig zu sein (S. 9)

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Altern in Deutschland

Verstärkte Erwerbsbeteiligung Älterer

Aus der Perspektive der Arbeitnehmer hängt das Interesse an einer längeren Beschäftigung wesentlich von altersadäquaten Arbeitsplätzen mit angemessenen physischen, geistigen und zeitlichen Anforderungen und Belohnungen ab. Wenn es gelingt, die Arbeitsplätze auch für Ältere attraktiver zu machen, wird die Neigung zur Flucht in die Rente abnehmen. Programmen für eine „ressourcenschonende Arbeitswelt“ kommt hierfür große Bedeutung zu.

Soweit ältere Arbeitnehmer nicht mehr in ihren angestammten Tätigkeitsfeldern eingesetzt werden können oder wollen, kommt einer sogenannten „zweiten Karriere“ eine große Bedeutung zu. Eine „zweite Karriere“ würde in einem ganz neuen Tätigkeitsfeld beginnen; sie wäre zwar möglicherweise mit einem geringeren Einkommen, dafür vielleicht aber mit einem höheren Prestige und mehr individuellen Freiheiten verbunden. Die Aufnahme von zweiten Karrieren würde befördert, wenn berufliches Vorwissen im Vergleich zu förmlichen Qualifikationen stärker anerkannt würde.

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