Demographische Chance: Gewinn an Lebenszeit – Gewinn
für das Ehrenamt
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts betrug bei der Geburt die Lebenserwartung der Frauen in
Deutschland 48 und die der Männer 45 Jahre. Heute liegt sie bei 82 und 77 Jahren. Die
demographische Entwicklung hat das Leben der Menschen im Durchschnitt erheblich verlängert.
Gleichzeitig erreicht man das höhere Alter auch bei besserer Gesundheit. Und der
Trend setzt sich fort: Zukünftige Generationen werden noch länger und gesünder leben.

In der Abbildung (…) ist, getrennt nach Männern und Frauen, die jeweils höchste Lebenserwartung
in unterschiedlichen Ländern dargestellt. Die ab 1960 durchgezogene Kurve
zeigt, dass Deutschland nicht zu den Ländern mit der höchsten Lebenserwartung zählt.
Bemerkenswert ist, dass die Lebenserwartung von wenigen Jahren abgesehen, über den
gesamten Zeitraum konstant und nahezu linear ansteigt. (…) Sie zeigt auch, dass unter
optimaler Ausnutzung der jeweils gegebenen wirtschaftlichen, politischen und sozialen
Umstände die Lebenserwartung um etwa 2,3 Jahre pro Dekade angestiegen ist.
Quelle: Tagungsprotokoll
von Kurt Kochsiek und Gisela Gieselmann, in: KOCHSIEK, K. (Ed.): Altern und Gesundheit (Altern in Deutschland Bd. 7). Nova Acta Leopoldina NF Bd. 105, Nr. 369 (2009), S. 22.
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(Quelle: Deutsches Ärzteblatt 103, 874-879, 2006)
Wachsendes bürgerschaftliches Engagement
Der Freiwilligensurvey weist aus, dass in
der Bevölkerung ab 60 Jahren sowohl die
Beteiligung an Gemeinschaftsaktivitäten
als auch am freiwilligen Engagement im
Vergleich zu den anderen Altersgruppen
besonders deutlich angestiegen ist. Dabei
sind insbesondere die sogenannten „jungen
Alten“, also die 60 bis 69-Jährigen Träger
dieses Trends. So stieg etwa die
Beteiligung an der Gemeinschaftsaktivität
bei den ab 60-Jährigen von 55 Prozent auf
63 Prozent, bei den 60- bis 69-Jährigen
sogar von 61 Prozent auf 70 Prozent an
(vgl. hierzu und zu den folgenden
Zahlenangaben GENSICKE 2006a, S. 265ff).
(…) Dabei hat der besondere
Mobilisierungsschub bei den jüngeren
Senioren dazu geführt, dass der Umfang
sowohl der Gemeinschaftsaktivität als auch
des freiwilligen Engagements dieser
Gruppe kaum noch von der Bevölkerung
im Alter von bis zu 59 Jahren zu
unterscheiden ist.
Quelle: Thomas Olk, Bestandsaufnahme und Chancen zur Verbesserung der Integration von älteren
Menschen, in: KOCKA, J., KOHLI, M., und STREECK, W. (Eds.), unter Mitarbeit von BRAUER, K., und SKARPELIS, A.: Altern: Familie, Zivilgesellschaft und Politik (Altern in Deutschland Bd. 8). Nova Acta Leopoldina NF Bd. 106, Nr. 370 [2009],
S. 196-197.)
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