Bildung stärkt die Potenziale älterer Arbeitnehmer
Mit „älteren Arbeitnehmern“ verbinden viele Menschen nachlassende Kompetenz und Leistungsbereitschaft, geringe Lernfähigkeit, höhere Anfälligkeit für Erkrankungen, geringe Motivation – Stereotype, die nur selten mit der Realität übereinstimmen. Ganz im Gegenteil: Ältere Arbeitnehmer bergen wichtiges Potenzial für den Arbeitsmarkt. Eine Studie ergab, dass Bildungsangebote im Unternehmen eine wichtige Grundlage dafür bilden, über die gesamte Spanne der Berufstätigkeit die Leistungsfähigkeit, Leistungsmotivation und Innovationsfähigkeit der Arbeitnehmer zu erhalten.
Wissenschaftler vom Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg und vom Institut der deutschen Wirtschaft untersuchten dafür die Lern- und Veränderungsfähigkeit älterer Mitarbeiter. Das Praxisprojekt fand an zwei Standorten der Robert Bosch GmbH statt, die auch das Budget stellte. Beteiligt waren Mitarbeiter zwischen 45 und 63 Jahren.
Das im Projekt entwickelte und evaluierte Bildungskonzept setzt sich aus drei Komponenten zusammen: kognitives Training, körperliches Training und die Förderung gesundheitsbezogenen Wissens. Zudem prüften die Wissenschaftler im selben Zeitraum die Altersbilder im Unternehmen. Den Ausgangspunkt der Untersuchung bildete die Frage, ob Bildung tatsächlich einen Beitrag zur Erhaltung der beruflichen Leistungsfähigkeit und Leistungsmotivation leistet.
Die Ergebnisse zeigen, dass das Bildungskonzept nicht nur die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit fördert, sondern auch das persönliche Wohlbefinden und das Altersbild der Mitarbeiter. Sehr positiv wirkte sich die Weiterbildung bei älteren Arbeitnehmern auf folgende Merkmale aus: Konzentration, Arbeitsgedächtnis, Problemlösungsstrategien, Informationsverarbeitung, Arbeitsmotivation, Identifikation mit dem Unternehmen, körperliche Leistungsfähigkeit, Körpererleben, Koordination, gesundheitsbezogenes Wissen und Verhalten sowie ernährungsbewusstes Verhalten.
„Das Praxisprojekt hat uns wesentlichen Input für die Neuausrichtung unseres Bildungskonzepts und Gesundheitsmanagements geliefert. Das Projekt hat gezeigt, dass – gerade auch im Alter – nicht nur die körperlichen, sondern auch die geistigen Fähigkeiten erfolgreich trainiert werden können“, bestärkt Dr. Wolfgang Malchow, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH. „Als Konsequenz daraus haben wir zum Beispiel unsere bestehenden betrieblichen Präventionsangebote um kognitive Trainingsmaßnahmen ergänzt. Selbstverständlich richten sich unsere Trainings- und Bildungsangebote grundsätzlich sowohl an unsere jungen als auch an unsere älteren Mitarbeiter.“
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