Leibniz-Preis 2010 für Ulman Lindenberger

Die zehn neuen Leibniz-Preisträger stehen fest. Der wichtigste deutsche Forschungsförderpreis geht auch an den Entwicklungspsychologen Ulman Lindenberger, Direktor am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und Mitglied der Akademiengruppe „Altern in Deutschland“.

Ulman Lindenberger

Ulman Lindenberger, Direktor des Forschungsbereichs Entwicklungspsychologie am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung,
Foto: David Ausserhofer

Ulman Lindenberger ist einer der international führenden Köpfe der kognitiven Alternsforschung. In einer Fülle von Untersuchungen definierte er die Potenziale und Grenzen des kognitiven Alterns neu, wobei er Ansätze aus den Neurowissenschaften, der Gerontologie und der Entwicklungspsychologie erfolgreich kombinierte. So konnte er nachweisen, dass das geistige Leistungsniveau älterer Menschen nicht durch natürliche Vorgaben wie das Alter festgelegt wird, sondern durch eigenes Handeln verändert und damit auch verbessert werden kann. Wahrnehmung, Denken und Gedächtnis im Alter sind demnach in hohem Maße von körperlichen, emotional-motivationalen und sozialen Faktoren abhängig. Diese Erkenntnisse der Grundlagenforschung fanden Eingang in Praxisprogramme und sind insbesondere angesichts des demografischen Wandels von eminenter gesellschaftspolitischer Bedeutung.

Nach dem Studium in Berkeley und Berlin promovierte und habilitierte sich Ulman Lindenberger an der Freien Universität Berlin in Psychologie. Danach war er Professor in Saarbrücken, bevor er als Direktor an das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung wechselte. Mehrere Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte führten ihn ins Ausland. Er ist Fellow der American Psychological Association und Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina sowie der Wilhelm Wundt Gesellschaft.
Derzeit hält Ulman Lindenberger sich als Visiting Fellow am Center for Advanced Study in the Behavioral Sciences in Stanford, USA, auf. Er kehrt im Sommer 2010 an das MPI für Bildungsforschung zurück.

Verliehen werden die Leibniz-Preise am 15. März 2010 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin.