Demografischer Wandel
Broschüre: Stadtquartiere fit machen für alle Generationen
Stadtquartiere so zu gestalten, dass sie für Jung und Alt gleichermaßen attraktiv sind, ist angesichts einer alternden und schrumpfenden Bevölkerung eine wesentliche Aufgabe der Stadtentwicklung. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) hat deshalb in 27 Modellvorhaben erprobt, wie das Zusammenleben der Generationen gelingen kann. Die soeben erschienene Broschüre „Stadtquartiere für Jung und Alt“ zieht eine Bilanz des Forschungsvorhabens.
Ob eine Schule, in der ein Begegnungszentrum entsteht, oder eine alle Generationen ansprechende Platzgestaltung in einer Innenstadt – allen Modellvorhaben ist gemeinsam, dass die Beteiligten den Umbau der sozialen Infrastruktur, das Wohnen in Nachbarschaften und die Gestaltung urbaner Freiräume planten und umsetzten. „Kommunen, Wohnungsunternehmen, Initiativen, aber auch Schulen, Kirchen und soziale Träger können dazu beitragen, die Quartiere fit zu machen für alle Generationen“, sagt Willinger.
Ein Beispiel dafür ist ein Gemeindezentrum in Ingelheim, das zu einem Mehrgenerationenhaus umstrukturiert wurde. Mittlerweile sind regelmäßig über 30 Ehrenamtliche im Alter zwischen 15 und 75 Jahren für das Haus aktiv. So betreuen etwa die „SOS-Omas“ eine Kindergartengruppe mit und springen auch mal bei familiären Betreuungsengpässen ein. Umgekehrt geben Jugendliche PC-Kurse für ältere Menschen oder kaufen für Hilfsbedürftige ein.
„Die Modellvorhaben zeigen: Die Zukunft gehört den im lokalen Kontext entwickelten Konzepten, die auf den städtebaulichen Stärken und den Kompetenzen der gesellschaftlichen Akteure im Quartier aufbauen“, sagt Stephan Willinger, Projektleiter im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), das die Modellvorhaben wissenschaftlich ausgewertet hat.
Die Broschüre bietet neben einer ausführlichen Darstellung der Projekte auch Checklisten zu Fragen der Quartiersgestaltung, Interviews mit Beteiligten aus Wissenschaft und Praxis sowie Hintergrundbeiträge.
Sie kann unter http://www.stadtquartiere.de heruntergeladen werden.
