„Das Ende gleicher Lebensbedingungen“ – Dresdner Reden
Bernhard Müller sieht im demografischen Wandel den Abschied von regional gleichen Lebensbedingungen voraus
In der diesjährigen „Dresdner Rede“ am 7. März 2010 stellte Professor Bernhard Müller den Zuhörern im Saal des Dresdner Schauspielhauses in Aussicht, dass der Anspruch gleicher Lebensbedingungen in einem Land mit alternder und schrumpfender Bevölkerung nicht länger zu realisieren sei. Schon heute ließe sich dieses Ziel nicht verwirklichen. Zukünftig würde sich jedoch mit der weiteren Ausdifferenzierung nah bei einander liegender schrumpfender und wachsender Regionen, mit hohen wie niedrigen Geburtenraten und einer stark oder kaum alternden Bevölkerung die faktische Ungleichheit der Lebensbedingungen verfestigen und ausweiten.
Gleichwohl sei das kleinteilige, föderale Erbe eines „polyzentrischen“ Staates von Vorteil im demografischen Wandel, denn es sorge für ein durchweg hohes Niveau an Leistungen der öffentlichen Hand und durchschnittlich kurze Wege zu Schulen, Krankenhäusern, Verkehrsmitteln und Einkaufsgelegenheiten.
Bernhard Müller, der Direktor des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung in Dresden ist, erörterte zuletzt zusammen mit Stephan Beetz und Reinhard Hüttl im Band „Altern in Gemeinde und Region“ der Reihe Altern in Deutschland, in welcher Weise der Ort das Altern beeinflusst, welche Bedingungen schrumpfende und wachsende, ländliche und städtische, zentrennahe und periphere Gebiete für die Lebensqualität und die Chancen des Alterns bieten.
Vortrag von Bernhard Müller als mp3 (MDR Radiobeitrag)
