Mobil 2030: Forschungsprojekt am Zentrum für Alternskulturen in Bonn
von Miriam Buchmann-Alisch
Ein 80-Jähriger am Steuer? Vor 20 Jahren ein seltenes Bild. Heute sind immer mehr Senioren bis ins hohe Alter aktiv und mobil. Ein Forschungsprojekt unter der Federführung der Universität Bonn soll beantworten, wie sich dieser Trend zukünftig auf Verkehr, Stadt, Politik und Wirtschaft auswirken wird. Ziel ist es, Mobilitätsszenarien für das Jahr 2030 zu entwickeln.
„Konkret stellen sich folgende Fragen: Welchen Einfluss üben die Älteren als immer bedeutsamer werdende Gruppe der Gesellschaft auf die Mobilitätskultur aus? Wie werden ältere Menschen mit den künftigen Anforderungen im Verkehr zurechtkommen? Lassen sich ihre wachsenden Bedürfnisse, mobil zu sein, ausreichend befriedigen?“, erläutert Georg Rudinger, Professor für Psychologie an der Universität Bonn und Leiter des Projekts.
Um diese Fragen zu beantworten, wollen die beteiligten Forscher unter anderem die Generation der heutigen 40- bis 50-Jährigen zu ihren Lebensgewohnheiten und Zukunftsplänen befragen und auf dieser Grundlage einen Blick in die Zukunft wagen. Denn sie ist es ja, die in 20 Jahren etwa 60 Jahre oder älter ist.
Im Anschluss an eine repräsentative Befragung von 1.000 Menschen der Zielgruppe werden die Wissenschafterinnen und Wissenschaftler Mobilitätsszenarien für das Jahr 2030 entwickeln und diese gemeinsam mit der Zielgruppe der zukünftig Älteren erörtern. Den Rahmen hierfür bilden Workshops mit Experten aus den Bereichen Demografie, Gerontologie, Ökonomie, Politikwissenschaft, Psychologie, Soziologie, Medienwissenschaft, Raum- und Verkehrsplanung. Die VolkswagenStiftung fördert das Vorhaben in den kommenden zwei Jahren mit insgesamt 240.000 Euro.
