Fettsteuer in Dänemark: Länger leben durch bessere Ernährung
In Dänemark wurde eine Steuer auf gesättigte Fette in Nahrungsmitteln eingeführt. Damit sind die Dänen weltweit Vorreiter im Kampf gegen Fettlebigkeit und andere Erkrankungen, die durch den Verzehr von zu viel Fett verursacht werden.
Ab jetzt müssen alle Lebensmittel-Produzenten 2,15 Euro Steuer pro Kilo gesättigte Fette bezahlen, das bei der Herstellung der Lebensmittel verwendet wurde - egal, ob das Fett in Form von Butter oder Milch, in Fleisch oder in der Fertig-Pizza verkauft wird. Ein Fast-Food-Hamburger wird dadurch um rund zehn Cent teurer, ein Stück Butter um etwa 30 Cent, berichtet der Verband der dänischen Industrie. Im März 2011 wurde die Steuer mit großer Mehrheit vom Parlament verabschiedet.
Die Steuer soll die Dänen davon abhalten, in Zukunft zu viel Fett zu essen. Vor allem die ungesättigten Fettsäuren, die vor allem in Butter, Industriebackwaren und Fertiggerichten enthalten sind, gelten als gesundheitsschädlich. Sie können Herz-Kreislauferkrankungen begünstigen und stehen auch in Verdacht Depressionen den Weg zu bahnen.
Das dänische Parlament rechnet damit, dass die durchschnittliche Lebenserwartung der Dänen allein durch die Reduktion des Fettkonsums in den nächsten zehn Jahren um drei Jahre steigen könnte.
Auch die Akademiengruppe „Altern in Deutschland“ weist in ihren Empfehlungen
für die Bundesregierung darauf hin, dass der ungezügelte Konsum von Fett die Deutschen auf Dauer krank macht. Allerdings fordern die 30 Wissenschaftler der Akademiengruppe härtere Schritte als in Dänemark. Sie plädieren für ein generelles Verbot der Transfette, die vor allem in industriell hergestellten Lebensmitteln vorkommen, weil sie bei der Härtung von Pflanzenöl entstehen.
WeiterfÜhrend:
Altern und Gesundheit, herausgegeben von Kurt KOCHSIEK. Altern in Deutschland Band 7, Nova Acta Leopoldina N. F. Bd. 105, Nr. 369, Stuttgart (2009)
Der Band diskutiert die vielfältigen, mit zunehmendem Alter einhergehenden gesundheitlichen Probleme und ihre Rückwirkungen auf das Individuum, die Gesellschaft, den Arbeitsmarkt und die Versorgungssysteme. Dabei nehmen die lebenslange Prävention (Ernährung, körperliche Aktivität, Vermeidung bzw. Behandlung von Risikofaktoren), aber auch die rehabilitative Versorgung alter Menschen sowie die betriebliche Gesundheitsförderung eine zentrale Stellung ein.
