Arbeit und Alter: Neuer Ideenwettbewerb für kreative Arbeitgeber

Wie können Beschäftigte ihr Know-how auch nach dem Renteneintritt in den Betrieb einbringen? Wie können sie zuvor schon einfacher bürgerschaftliches Engagement übernehmen oder sich mehr um die Familie kümmern? „Arbeit und Alter – Der Ideenwettbewerb, um Arbeit in einer alternden Gesellschaft neu zu gestalten“ soll Arbeitgeber motivieren, eine Übergangsphase zwischen Erwerbsarbeit und Ruhestand zu schaffen.

Der Ideenwettbewerb findet zum ersten Mal statt und wird von der „berufundfamilie gGmbH“, einer Initiative der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, ausgerichtet. Berufundfamilie wertete dazu die Ergebnisse der von ihr durchgeführten Umfrage „Arbeit und Alter“ (Dezember 2013) aus. Darin wurde vor allem deutlich, dass Arbeitgeber nicht ausreichend auf den Ausstieg der „Baby-Boomer-Generation“ aus dem Erwerbsleben vorbereitet sind.

Bildquelle: berufundfamilie gGmbH

Bildquelle: berufundfamilie gGmbH

In den nächsten 15 Jahren werden mit den geburtenstarken Jahrgängen rund 20 Millionen Menschen das gesetzliche Renteneintrittsalter erreichen. Nach derzeitigem Stand erfolgt der Wechsel von der Erwerbstätigkeit in den Ruhestand meist abrupt. Davon geht laut der berufundfamilie-Umfrage die Mehrheit der Arbeitgeber auch weiterhin aus. Sie laufen gleichzeitig Gefahr, schlagartig einen nicht unerheblichen Anteil ihrer Belegschaft, viel Wissen und wichtige Kompetenzen zu verlieren. Jedoch möchte nicht einmal ein Drittel der Erwerbstätigen (28 Prozent) bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter voll erwerbstätig bleiben. 56 Prozent würden aber Maßnahmen ihres Arbeitgebers begrüßen, die es ihnen erleichtern, bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter oder darüber hinaus (10 Prozent) erwerbstätig zu sein. Betriebliche Angebote für eine flexible und bedarfsgerechte Gestaltung der Übergangsphase sind derzeit jedoch noch Mangelware. Zwei Drittel der Arbeitgeber bieten keine Maßnahmen an, um die Erwerbstätigkeitsphase älterer Beschäftigten zu verlängern, und nur 15 Prozent planen, dies künftig zu tun. Immerhin 57 Prozent der Arbeitgeber sehen einen Mehrwert darin, sich mit der Übergangsgestaltung zu befassen.

Der Wettbewerb ist insbesondere vor diesem Hintergrund ausgeschrieben worden, wie Geschäftsführer Stefan Becker erläutert: „Arbeitgeber haben die Chance, diese demografische Entwicklung positiv mit zu prägen. Ein Hebel ist die Gestaltung von Übergangsphasen, also dem dynamischen Wechsel zwischen Arbeitswelt, Ehrenamt und Familienleben. Dafür sprechen insbesondere drei Gründe: die Potenziale der Ä̈lteren für Arbeitswelt und für Gesellschaft zu nutzen, damit zur Fachkräftesicherung beizutragen und der geburtenstarken Generation auch im Alter bedarfsgerechte Lösungen von Arbeitgeberseite zu bieten.“

Ziel des Wettbewerbs ist die Entwicklung betrieblicher Lösungen, die den neuen gesellschaftlichen Bedürfnissen Rechnung tragen. Dabei soll vor allem der Übergang zwischen Erwerbsarbeit und Rente als eine längere Phase begriffen werden. Diese Lebensphase flexibel und bedarfsgerecht gestalten zu können, soll älteren Beschäftigten ebenso ermöglicht werden wie die Aufrechterhaltung und auch der Ausbau ihrer Fähigkeiten. Ihren vielfältigen Lebensentwürfen gerecht zu werden, ist ein essentielles Anliegen des Ideenwettbewerbs. Insgesamt soll durch ihn die Beteiligung Ä̈lterer in der Gesellschaft – in Beruf, Familie und  Ehrenamt – gefördert werden.

Die Teilnahme am Ideenwettbewerb ist kostenlos. Abgabeschluss ist der 12. September 2014. Bewerben können sich Arbeitgeber aller Größenordnungen und Branchen, aus dem privaten wie dem öffentlichen Bereich. Berücksichtigt werden sowohl neue Projektideen als auch die innovative Erweiterung bestehender Maßnahmen.

Die eingereichten Beiträge werden von einer renommierten Jury beurteilt. Die drei Bestplatzierten werden mit einem Preisgeld und der Prozessbegleitung der Projektidee honoriert. Zudem sollen alle Teilnehmer durch Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit profitieren.


Weiterführende Informationen:

Details zum Wettbewerb und Bewerbungsformular
www.arbeit-und-alter.eu
 

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